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Standardform einer Kreisabbildung
Die Abbildung
aus (17.80) ist für
ein
orientierungstreuer Diffeomorphismus, da
ist.
Bei
ist
kein Diffeomorphismus mehr, aber noch ein Homöomorphismus,
während für
die Abbildung nicht mehr invertierbar und damit auch kein
Homöomorphismus mehr ist.
Im Parameterbereich
ist für
die
Rotationszahl
definiert.
Sei
fixiert.
Dann hat
auf [0,1] folgende Eigenschaften:
a) Die Funktion
ist nicht fallend, stetig, aber nicht
differenzierbar.
b) Für jede rationale Zahl
existiert ein Intervall
,
dessen Inneres nicht leer ist und für das
für alle
gilt.
c) Für jede irrationale Zahl
gibt es genau ein
mit
.
Teufelstreppe und Arnold-Zunge
Für jedes
ist
also eine CANTOR-Funktion.
Der Graph von
,
der auf der rechten Abbildung gezeigt ist, heißt
Teufelstreppe (devil's staircase) .
Das Bifurkationsdiagramm von (17.80) ist auf der linken Abbildung
zu sehen.
Von jeder rationalen Zahl auf der
-Achse geht ein schnabelförmiges Gebiet
( ARNOLD- Zunge ) mit nicht leerem Inneren aus, in dem die Rotationszahl
konstant und gleich der rationalen Zahl ist.
Ursache für das Entstehen der Zungen ist eine Synchronisation der Frequenzen
( Frequenzkopplung (frequency locking)).
Für
überlappen sich diese Gebiete nicht.
Von jeder irrationalen Zahl auf der
-Achse geht eine stetige Kurve aus, die
immer die Gerade
erreicht.
In der ersten ARNOLD-Zunge mit
hat das dynamische System
(17.80) Ruhelagen.
Ist
fixiert und wächst
an, so verschmelzen auf dem Rand der ersten
ARNOLD-Zunge zwei dieser Ruhelagen und heben sich dabei gleichzeitig auf.
Im Ergebnis einer solchen Sattelknoten-Bifurkation entsteht ein auf
dichter Orbit.
Ähnliche Erscheinungen lassen sich beim Verlassen der anderen ARNOLD-Zungen
beobachten.
Für
ist die Theorie der Rotationszahlen nicht mehr anwendbar.
Die Dynamik wird komplizierter, und es findet ein Übergang zum Chaos statt.
Dabei treten, ähnlich wie im Falle der
FEIGENBAUM-Konstante, weitere Konstanten auf, die für
bestimmte Klassen von Abbildungen, zu denen auch die Standardkreisabbildung gehört,
gleich sind.
Eine davon wird im folgenden beschrieben.
Die irrationale Zahl
heißt Goldenes Mittel
und besitzt die einfache Kettenbruchdarstellung
 |
(17.84) |
Durch sukzessives Abschneiden des Kettenbruches erhält man eine Folge
von
rationalen Zahlen, die gegen
konvergiert.
Die Zahlen
lassen sich in der Form
darstellen,
wobei
FIBONACCI-Zahlen sind, die sich
durch die Iterationsvorschrift
 |
(17.85) |
mit den Startwerten
und
bestimmen lassen.
Sei nun
der Parameterwert von (17.80), für den
ist und sei jeweils
der
am nächsten liegende Wert, für den
ist.
Eine numerische Analyse ergibt den Grenzwert
.