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Begriff der Schrödinger-Gleichung


Bestimmung und Abhängigkeiten

Die SCHRÖDINGER-Gleichung, deren Lösungen, die Wellenfunktionen , die Eigenschaften eines quantenmechanischen Systems beschreiben, also die Eigenschaften der Teilchenzustände zu berechnen gestatten, ist eine partielle Differentialgleichung mit Ableitungen der Wellenfunktion 2. Ordnung für die Raumkoordinaten und 1. Ordnung für die Zeitkoordinate:
(9.109a)

(9.109b)

Hierbei sind der LAPLACE-Operator, die reduzierte PLANCKsche Konstante, i die imaginäre Einheit und der Nablaoperator. Zwischen dem Impuls des betrachteten Teilchens mit der Masse und seiner Materiewellenlänge besteht die Beziehung .


Besonderheiten


1. In der Quantenmechanik werden allen meßbaren Größen Operatoren zugeordnet. Der in (9.109a) und (9.109b) auftretende HAMILTON-Operator (,,Hamiltonian ``) stellt die Gesamtenergie des Systems dar, die in kinetische und potentielle Energie aufgeteilt wird. Der erste Term in ist der Operator für die kinetische Energie, der zweite der für die potentielle Energie.
In der Quantenmechanik tritt an die Stelle der HAMILTON-Funktion des klassischen mechanischen Systems der HAMILTON-Operator.
2. Die imaginäre Einheit tritt in der SCHRÖDINGER-Gleichung explizit auf. Daher sind die Wellenfunktionen komplexe Funktionen. Für die Berechnung der beobachtbaren Größen sind die beiden reellen, in enthaltenen Funktionen erforderlich. Das Quadrat der Wellenfunktion, das die Aufenthaltswahrscheinlichkeit des Teilchens in jedem beliebigen Raumelement des betrachteten Gebietes beschreibt, unterliegt speziellen zusätzlichen Bedingungen.
3. Jede spezielle Lösung hängt außer vom Potential der Wechselwirkung ( Kraft ) von den Anfangs- und Randbedingungen des gegebenen Problems ab. Im allgemeinen handelt es sich um lineare Randwertprobleme 2. Ordnung, deren Lösungen nur für die Eigenwerte physikalisch sinnvoll sind. Sinnvolle Lösungen zeichnen sich dadurch aus, daß ihr Betragsquadrat überall eindeutig und regulär ist und im Unendlichen verschwindet.
4. Auf Grund des Welle-Teilchen-Dualismus besitzen die Mikroteilchen gleichzeitig Wellen- und Teilcheneigenschaften, so daß die SCHRÖDINGER-Gleichung eine Wellengleichung für die DE-BROGLIEschen Materie-Wellen ist.
5. Die Einschränkung auf nichtrelativistische Probleme bedeutet, daß die Teilchengeschwindigkeit sehr viel kleiner sein muß als die Lichtgeschwindigkeit .
Ausführliche Darstellungen der Anwendungen der SCHRÖDINGER-Gleichung sind in der Spezialliteratur der theoretischen Physik dargestellt (s. z.B. Lit. 9.6, 9.8, 9.16, 22.17). In diesem Kapitel werden lediglich einige wichtige Beispiele betrachtet.