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Singuläre Punkte

Wenn eine Funktion in der Umgebung eines Punktes analytisch und beschränkt ist, d.h. im Innern eines beliebig kleinen Kreises mit dem Mittelpunkt , ausgenommen höchstens selbst, dann sind hinsichtlich der Singularität die folgenden zwei Fälle möglich:
1. Es gilt , d.h., die Funktion ist auch im Punkt analytisch.
2. Die Funktion besitzt einen anderen Wert oder sie ist im Punkt nicht definiert, d.h., der Punkt ist singulär. Man spricht aber von hebbarer Singulärität , weil die Funktion beim Einsetzen des Wertes im Punkt analytisch wird.
(S. auch die Analogie zur hebbaren Unstetigkeit einer Funktion einer reellen Veränderlichen).
Wenn die Funktion in der Umgebung des Punktes zwar analytisch, aber nicht beschränkt ist, dann handelt es sich um einen singulären Punkt . Es können die folgenden zwei Fälle auftreten:
1. Gilt bei Annäherung von an den Punkt auf beliebigem Wege , dann nennt man den Punkt einen Pol und schreibt . Über Pole verschiedener Ordnung s. Isolierte singuläre Stellen.
2. Wenn bei Annäherung an einen Punkt keinem Grenzwert zustrebt, sondern je nach der Wahl der Punkte , von denen aus die Annäherung an erfolgt, die Folgen
verschiedene Grenzwerte besitzen, dann spricht man von einem wesentlich singulären Punkt . In diesem Falle gibt es Möglichkeiten der Annäherung von an den Punkt , die zur Konvergenz von gegen eine beliebig vorgegebene komplexe Zahl führen.

Beispiel A

Die Funktion besitzt im Punkt einen Pol.

Beispiel B

Die Funktion besitzt im Punkt einen wesentlich singulären Punkt (s. Abbildung).