Lösbarkeit eines linearen Gleichungssystems
Ein lineares Gleichungssystem heißt lösbar, wenn wenigstens ein Vektor
existiert, der
(4.107a) zu einer Identität macht.
Anderenfalls heißt das System unlösbar.
Das Lösungsverhalten hängt vom Rang der erweiterten Koeffizientenmatrix
ab, die durch Hinzufügen der Komponenten des
Vektors
als
-te Spalte zur Matrix
entsteht.
Im Folgenden wird die Lösbarkeit inhomogenerund
homogener Systemebetrachtet.
1. Allgemeine Regel für das inhomogene System:Das inhomogene System
ist genau dann
lösbar, wenn
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(4.108a) |
ist.
Für
gilt die folgende Fallunterscheidung:
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(4.108b) |
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(4.108c) |
d.h.,
Unbekannte können als Parameter frei gewählt werden.
2. Triviale Lösung und Fundamentalsystem des homogenen Systems:
a) Das homogene Gleichungssystem
besitzt stets die sogenannte triviale Lösung
b) Besitzt es eine nichttriviale Lösung
d.h.
,
dann ist auch
mit
beliebig reell eine Lösung des homogenen Gleichungssystems.
Besitzt es
nichttriviale, linear unabhängige Lösungen
...,
dann bilden diese ein sogenanntes
Fundamentalsystem, und die allgemeine Lösung des homogenen linearen
Gleichungssystems ist von der Form
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(4.109) |
Gilt für den Rang der Koeffizientenmatrix
des homogenen Gleichungssystems
wobei
die Anzahl der Unbekannten ist, dann besitzt das homogene
Gleichungssystem ein Fundamentalsystem von Lösungen.
Im Falle
hat das homogene System nur die Triviallösung.
Zur Bestimmung eines Fundamentalsystems im Falle
können
Unbekannte
als freie Parameter gewählt werden, und zwar derart, daß sich die übrigen
Unbekannten durch diese ausdrücken lassen, d.h., die entsprechende
-reihige
Unterdeterminante darf nicht Null sein.
Man kann das durch Umordnen der Gleichungen und Unbekannten erreichen.
Erhält man z.B.
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(4.110) |
dann ergeben sich die Fundamentallösungen z.B. durch die folgende Wahl der freien
Parameter:
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(4.111) |