Ableitungsfreies Gauß-Newton-Verfahren
Zur Lösung der Quadratmittelaufgabe (19.24) geht man im
nichtlinearen Fall ( nichtlineare Ausgleichsaufgabe ) iterativ wie folgt vor:
1. Ausgehend von geeigneten Startnäherungen
approximiert man wie beim
NEWTON-Verfahren (dort gemäß (19.61)), die nichtlinearen
Funktionen
durch lineare
Näherungen
,
die in jedem Iterationsschritt
gemäß
berechnet werden.
2. Man setzt in (19.65)
und
ermittelt die Verbesserungen
nach der GAUSSschen
Fehlerquadratmethode, d.h. durch Lösung der linearen Quadratmittelaufgabe
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(19.66) |
z.B. mit Hilfe der Normalgleichungen (19.42), oder des
HOUSEHOLDER-Verfahrens.
3. Man erhält Näherungen für die gesuchte Lösung durch
wobei
ein Schrittweitenparameter wie beim
NEWTON-Verfahren ist.
Durch Wiederholung der Schritte 2 und 3 mit
an Stelle von
erhält man das GAUSS-NEWTON- Verfahren .
Es liefert eine Folge von Näherungswerten, deren Konvergenz sehr stark von der Güte
der Startnäherungen abhängt.
Mit Hilfe des Schrittweitenparameters
läßt sich jedoch ein sogenannter
Abstieg , d.h. eine Verkleinerung der Fehlerquadratsumme, erzielen.
Wenn die Berechnung der partiellen Ableitungen
mit großem Aufwand verbunden ist, kann man die partiellen Ableitungen durch
Differenzenquotienten sehr einfach approximieren:
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(19.68) |
Die sogenannten Diskretisierungsschrittweiten
können in
Abhängigkeit von Iterationsschritt und Variablen speziell gewählt werden.
Verwendet man die Näherungen (19.68), dann müssen bei der Durchführung des
GAUSS-NEWTON-Verfahrens nur Funktionswerte
berechnet werden, d.h., das
Verfahren ist dann ableitungsfrei .