Relative Extremwerte einer differenzierbaren, explizit gegebenen Funktion
1. Ermittlung der Extrempunkte: Da diese die notwendige Bedingung
erfüllen, werden nach der Berechnung der Ableitung
alle reellen Wurzeln
der Gleichung
bestimmt und jede von
ihnen, z.B.
mit einer der folgenden Methoden untersucht.
2. Methode des Vorzeichenvergleichs:
Für je einen Wert
bzw.
,
der etwas kleiner bzw. etwas größer als
ist, wird das Vorzeichen der Ableitung
festgestellt, wobei zwischen
und
bzw.
keine weiteren Nullstellen von
liegen dürfen.
Wenn beim Übergang von
zu
das Vorzeichen von
von
,,
`` nach ,,
`` wechselt, dann befindet sich bei
ein
relatives Maximum der Funktion
(linke Abbildung); wechselt es umgekehrt von
,,
`` nach ,,
``, dann liegt ein relatives Minimum vor
(rechte Abbildung).
Gibt es keinen Vorzeichenwechsel der Ableitung (folgende linke und rechte Abbildung),
dann besitzt die Kurve bei
kein Extremum, sondern einen Wendepunkt mit
einer zur
-Achse parallelen Tangente.
3. Methode der höheren Ableitungen:
Besitzt die Funktion an der Stelle
höhere Ableitungen, dann wird jede Wurzel
in die zweite Ableitung
eingesetzt.
Ist
dann gibt es an der Stelle
ein relatives Maximum, ist
ein relatives Minimum, ist
dann wird
in
die dritte Ableitung
eingesetzt.
Ergibt sich dabei
dann gibt es bei
kein Extremum,
sondern einen Wendepunkt .
Erhält man
dann ist in die vierte Ableitung einzusetzen usw.
4. Bedingungen für Extremwerte und Wendepunkte:
Ist die Ordnung der Ableitung, die an der Stelle
erstmalig nicht verschwindet,
gerade, dann besitzt
dort ein relatives Extremum:
für einen negativen Wert ein relatives Maximum, für einen positiven ein relatives
Minimum.
Ist die Ordnung dieser Ableitung ungerade, dann besitzt die Funktion an dieser Stelle
keinen Extremwert, sondern einen Wendepunkt .
Die Methode des Vorzeichenvergleichs kann auch bei nichtexistierender Ableitung wie in
den drei folgenden Abbildungen eingesetzt werden.