Symmetrieoperationen in Kristallgitterstrukturen
Unter den Symmetrieoperationen, die das Raumgitter in äquivalente Lagen
überführen, sind auch Punktgruppen-Operationen, wie gewisse Drehungen,
Drehspiegelungen und Spiegelungen an Ebenen oder Punkten.
Allerdings sind nicht alle Punktgruppen auch kristallographische Punktgruppen.
Die Forderung, daß die Anwendung der Gruppenelemente auf einen Gittervektor
wieder einen Gittervektor
(
:
Gesamtheit
aller Gitterpunkte) ergeben muß, schränkt die zugelassenen Punktgruppen
mit den Gruppenelementen
ein:
 |
(5.183) |
Dabei bedeutet
einen eigentlichen
oder uneigentlichen
Rotationsoperator
.
Mit einer Gitterstruktur verträglich sind z.B. nur Drehachsen mit der
Zähligkeit
oder
.
Insgesamt gibt es 32 kristallographische Punktgruppen
.
Die Symmetriegruppe eines Raumgitters kann auch Operationen enthalten, die aus
einer simultanen Ausführung von Drehungen und primitiven Translationen bestehen.
Auf diese Weise erhält man Gleitspiegelungen, d.h. Spiegelungen an einer Ebene
und Translationen parallel zur Ebene, und Schraubungen, d.h. Rotation um
und Translationen um
.
Diese Operationen heißen nichtprimitive Translationen
,
da
sie ,,gebrochenen`` Translationen entsprechen.
Bei einer Gleitspiegelung ist
eine Spiegelung, bei einer Schraubung ist
eine eigentliche Rotation.
Die Elemente der Raumgruppe
,
die ein Kristallgitter invariant läßt,
setzen sich also aus Elementen
der kristallographischen Punktgruppe
,
primitiven Translationen
und nichtprimitiven Translationen
zusammen:
 |
(5.184) |
Das neutrale Element der Raumgruppe ist
,
wobei
das neutrale
Element in
bedeutet.
Das Element
bedeutet eine primitive Translation,
steht für eine Drehung oder Spiegelung.
Bei der Anwendung des Gruppenelementes
auf den Ortsvektor
erhält man
 |
(5.185) |