Jeder numerische Prozeß setzt sich letztlich aus einer Folge von Grundrechenoperationen
zusammen.
Probleme ergeben sich insbesondere durch die endliche Stellenzahl bei der
Gleitpunktarithmetik.
Diese sollen kurz betrachtet werden.
Es sei vorausgesetzt, daß
und
normalisierte fehlerfreie Gleitkommazahlen
gleichen Vorzeichens mit einem Wert
sind.
(19.269a)
(19.269b)
(19.269c)
Addition:
Für
erfolgt der Exponentenangleich an ,
da wegen der Normalisierung
nur eine Linksverschiebung des Punktes möglich ist.
Die Mantissen werden addiert.
(19.270a)
(19.270b)
so erfolgt die Punktverschiebung um eine Stelle nach links bei gleichzeitiger Erhöhung
des Exponenten um eins (Additionsüberlauf).
Beispiel
.
Subtraktion:
Der Exponentenangleich erfolgt wie bei der Addition, die Mantissen werden subtrahiert.
Ist
(19.271a)
und
(19.271b)
so erfolgt die Punktverschiebung um maximal
Stellen nach rechts mit entsprechender
Erniedrigung des Exponenten.
Beispiel
.
Das Beispiel zeigt den kritischen Fall der Auslöschung führender Nullen.
Durch die beschränkte Stellenzahl (hier 4) werden außerdem von rechts Nullen
eingeschleppt, die eine erhöhte Anzahl gültiger Ziffern vortäuschen.
Multiplikation:
Die Exponenten werden addiert und die Mantissen multipliziert.
Ist
(19.272)
so wird der Dezimalpunkt bei gleichzeitiger Erniedrigung des Exponenten um eins um eine
Stelle nach rechts verschoben ( Multiplikationsunterlauf ).
Beispiel
.
Division:
Die Exponenten werden subtrahiert und die Mantissen dividiert.
Ist
(19.273)
so wird der Dezimalpunkt bei gleichzeitiger Erhöhung des Exponenten um eins um eine
Stelle nach links verschoben ( Divisionsüberlauf ).
Beispiel
.
Resultatfehler:
Der Resultatfehler bei den vier Grundrechenarten mit vorausgesetzten fehlerfreien Operanden
resultiert dann lediglich aus der Rundung.
Für den relativen Fehler gilt mit der Stellenzahl
und der Basis
die Schranke
Es ist ersichtlich, daß die Subtraktion nahezu gleich großer Gleitkommazahlen die
kritische Operation ist.
Wenn möglich, sollte in solchen Fällen durch Prioritätenänderungen oder andere
Anordnung der Operanden die Reihenfolge der Operationen geändert werden.