Trennung konvexer Mengen
Man nennt zwei Teilmengen
eines reellen normierten Raumes
durch eine
Hyperebene trennbar , wenn ein Funktional
existiert, so daß gilt:
 |
(12.170) |
ist die trennende Hyperebene,
was nichts anderes besagt, als daß die Mengen in den verschiedenen Halbräumen
 |
(12.171) |
liegen. In den folgenden zwei Abbildungen sind zwei Fälle der Trennung durch eine
Hyperebene dargestellt.
Entscheidend für die Trennung zweier Mengen ist weniger ihre Disjunktheit.
In der nächsten Abbildung sind zwei Mengen
und
dargestellt, die nicht trennbar
sind, obwohl
und
disjunkt sind und
konvex.
Vielmehr ist die Konvexität der Mengen von Bedeutung, da nicht ausgeschlossen ist,
daß beide zu trennenden Mengen gemeinsame Punkte besitzen, durch die die Hyperebene
verläuft.
Es gilt:
Ist
eine konvexe Menge eines normierten Raumes
mit nichtleerem Inneren
und
eine nichtleere konvexe Menge mit
,
dann
sind
und
trennbar.
Ein (reelles lineares) Funktional
heißt Stützfunktional
an die Menge
im Punkt
,
wenn es eine solche Zahl
gibt, für die
und
gilt.
heißt dann Stützhyperebene im Punkt
an
.
Für eine konvexe Menge
mit nichtleerem Inneren existiert in jedem ihrer Randpunkte
ein Stützfunktional.
Auf der Trennbarkeit konvexer Mengen beruht der Beweis der
KUHN-TUCKER-Bedingungen, aus denen sich praktische Verfahren zur
Bestimmung des Minimums eines konvexen Optimierungsproblems herleiten lassen
(s. Lit. 12.5).