In Analogie zur FOURIER-Reihe einer periodischen Funktion erfährt das
FOURIER-Integral für eine nichtperiodische Funktion eine einfache physikalische
Interpretation.
1. Darstellung:
Eine Funktion ,
für die das FOURIER-Integral existiert, kann gemäß
(15.67) und (15.68) als Summe sinusoidaler Schwingungen mit der sich
stetig ändernden Frequenz
in der Form
(15.79a)
(15.79b)
dargestellt werden.
2. Interpretation:
Der Ausdruck
gibt die Amplitude der Teilschwingungen an und
und
deren Phasen.
Für die komplexe Schreibweise trifft die gleiche Interpretation zu:
Die Funktion
ist eine Summe (Integral) von
abhängigen Summanden des Typs
(15.80)
wobei die Größe
sowohl die Amplitude als auch die
Phase aller Teilvorgänge festlegt.
3. Anwendungen:
Diese spektrale Interpretation des FOURIER-Integrals und der
FOURIER-Transformation bedeutet einen großen Vorteil für die Anwendung
in Physik und Technik.
Die Bildfunktion
(15.81a)
nennt man Spektrum oder Frequenzspektrum der Funktion ,
die Größe
(15.81b)
das Amplitudenspektrum und
bzw.
das
Phasenspektrum der Funktion .
Zwischen dem Spektrum
und den Koeffizienten (15.66b,c) besteht die
Beziehung
(15.82)
woraus sich die folgenden Aussagen ergeben:
1. Ist
eine reelle Funktion, dann ist das Amplitudenspektrum
eine gerade und das Phasenspektrum eine ungerade Funktion von .
2. Ist
eine reelle und gerade Funktion, dann ist ihr Spektrum
reell, ist
reell und ungerade, dann ist das Spektrum
imaginär.
Beispiel
Setzt man das Ergebnis (A.2) für den unipolaren Rechteckimpuls in (15.82) ein, dann ergibt sich
für die Bildfunktion
und für das Amplitudenspektrum
(s. Abbildung)
Die Berührungspunkte des Amplitudenspektrums
mit der Hyperbel