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Abelsche Integralgleichung

Eine der ersten Anwendungen von Integralgleichungen auf physikalische Probleme wurde von ABEL untersucht. In einer vertikalen Ebene bewege sich ein Massenpunkt entlang einer gewissen Kurve nur unter dem Einfluß der Schwerkraft vom Punkt zum Punkt (s. Abbildung).



Die Geschwindigkeit des Teilchens in einem Punkt der Kurve beträgt
(11.74)

Durch Integration ermittelt man die Fallzeit in Abhängigkeit von :
(11.75a)

Stellt man als Funktion von durch dar, so ist
(11.75b)

Es besteht nun die Aufgabe, zu gegebener Fallzeit die Gestalt der Kurve als Funktion von zu bestimmen. Mit den Ersetzungen
(11.75c)

erhält man, indem noch die Variable in umbenannt wird, die VOLTERRAsche Integralgleichung 1. Art
(11.75d)

Es soll die etwas allgemeinere Gleichung
(11.76)

behandelt werden. Der Kern dieser Gleichung ist für nicht beschränkt. In (11.76) werden formal die Variable in und die Variable in umbenannt. Damit wird erreicht, daß sich die Lösung in der Form ergibt. Die Multiplikation beider Seiten der Gleichung (11.76) mit dem Term und die anschließende Integration nach in den Grenzen von bis führt auf die Gleichung
(11.77a)

Die Vertauschung der Integrationsreihenfolge auf der linken Seite dieser Gleichung ergibt
(11.77b)

Das innere Integral ist mit der Substitution auswertbar:
(11.77c)

Der gewonnene Ausdruck wird in (11.77b) eingesetzt.

Die gesuchte Funktion wird durch anschließende Differentiation nach bestimmt:

(11.77d)

Beispiel

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