"Als die beiden zentralen Anliegen dieses Buches werden im Vorwort das
Aufzeigen der kulturgeschichtlichen Entwicklung und die Anleitung zum
Selbstbau von Sonnenuhren bezeichnet. Sein damit umrissenes Ziel hat der
Autor erreicht und es überdies verstanden, den Text so zu gestalten,
daß er auch bei Lesern Interesse weckt, die sich bislang nicht mit
Sonnenuhren beschäftigt haben. Dies gelingt ihm deshalb so gut, weil
er deutlich macht, daß Sonnenuhren nicht allein zur Zeitbestimmung,
sondern auch zur Veranschaulichung wesentlicher Zusammenhänge der
sphärischen Astronomie dienen können. Betrachtet man die
Beziehung zwischen Jahreszeit, Sonnenort, geographischen Koordinaten,
Himmelsrichtungen, Tageslänge und Tageszeit, welche sich in der
Geometrie von Sonnenuhren widerspiegeln, so erscheint demgegenüber der
heute übliche Gebrauch der "digitalen Zeit" als Verlust von
organisch verknüpften Informationen.
Wenngleich das Buch durch einige Sinnsprüche auf den ersten Blick
etwas nostalgisch wirken mag, so zeigt sich doch bei näherer
Betrachtung, daß es weder Sachlichkeit noch Ausführlichkeit
vermissen läßt. Von den einfachsten Sonnenuhren ausgehend werden
schließlich auch komplizierte Konstruktionen besprochen, wie
beispielsweise die "Bernhardtsche Walze" zur Eliminierung der
Zeitgleichung. Über die Schulmathematik hinaus werden bei der
Lektüre keine weiteren Kenntnisse vorausgesetzt, so daß einer
weiten Verbreitung des Werkes nichts im Wege steht."
aus: Die Sterne, Heft 72, 1996