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Der deutsche Physiker Johann Wilhelm Ritter (1776-1810)
wirkte in Jena und München. Er entdeckte am kurzwelligen
Ende des Spektrums das Ultraviolett.
Sein bevorzugtes Forschungsgebiet war der Galvanismus,
die Lehre von den elektrochemischen Wechselwirkungen.
Da er als Vertreter der romantischen Physik galt,
wurde seinen Arbeiten lange nicht die gebührende Anerkennung zuteil.
Ritter erkannte, daß galvanische Ketten aus anorganischen Körpern
möglich sind und nicht, wie bisher angenommen, organische Substanzen
erfordere. Durch Versuche wies er den Zusammenhang zwischen
galvanischen und chemischen Prozessen nach, stellte eine
Spannungsreihe der Metalle im galvanischen Element nach
dem Grad ihrer Affinität zum Sauerstoff auf und wurde so zu
einem - allerdings damals nicht anerkannten - Begründer der Elektrochemie.
Mit Hilfe seiner Erkenntnisse konstruierte er mit der Ladungssäule
eine Vorform des Akkumulators.
Die physiologische Wirkung von Batterien auf die Sinne
prüfte Ritter vorwiegend anhand von Selbstversuchen,
die einen wertvollen Beitrag zur subjektiven Sinnesphysiologie leisteten,
ihm allerdings oft länger andauernde krankheitsähnliche Zustände
verursachten. Diese umfangreichen Versuchsreihen
zur Reiz- und Sinnesphysiologie mit galvanischen Strömen wurden
erst mit der aufkommenden Bioelektrochemie und Biophysik gewürdigt.
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