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Der Franzose Jean Baptiste de Lamarck (1744 - 1829) veröffentlichte 1778
eine dreibändige Flora von Frankreich. Hier wandte er erstmals die von ihm
ausgearbeitete dichotome Methode an, die in unseren Bestimmungsbüchern auch
heute noch gebräuchlich ist und auf Aristoteles zurückgeht.
In der Zoologie führte er die Trennung der Tiere in Wirbellose und
Wirbeltiere ein. Seine siebenbändige "Naturgeschichte der wirbellosen
Tiere" ist in der Geschichte der Zoologie das erste der Vielfalt und der
natürlichen Verwandtschaft dieser Tiere angemessene System. Bekannt wurde
er vor allem durch seine Entwicklungstheorie, die heute als "Lamarckismus"
in evolutionstheoretischen Büchern zu finden ist. Da Lamarck hier zum Teil
an überholten wissenschaftlichen Ansichten festhielt, blieb dieses Werk
eine Sackgasse der Evolutionstheorie. Leider wurde darüber oft vergessen,
daß in Lamarcks "Philosophie zoologique" der Entwicklungsgedanke erstmals
zu einer in sich geschlossenen Lehre ausgearbeitet wurde und, daß Lamarck
einer der Mitgestalter des dynamischen Artbegriffes war.
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